Billrothstraße: Statt Studentenheim kommen teure Wohnungen und Kurzzeitmiete

Pressestelle - Salzburg

9. Juni 2026

Aus Geldnot hat die Universität Salzburg ihr ehemaliges Laborgebäude in der Billrothstraße 2015 als Baurecht an einen gemeinnützigen Bauträger vergeben. Der hätte dort eigentlich ein Studentenheim errichten sollen. Stattdessen entstehen jetzt aber 36 teure Wohnungen. Das Baurecht gilt bis 2076, bis dahin kassiert die Uni einen Baurechtszins. Mieten kann man die Wohnungen ab 26 Euro pro Quadratmeter, am teuersten ist eine Garconniere im Erdgeschoss mit 35 Quadratmetern, für die monatlich 1.144 Euro verlangt werden.

„Mieten ab 26 Euro pro Quadratmeter sind sogar für den teuren privaten Wohnungsmarkt ein Wahnsinn. Statt gemeinnützigen und leistbaren Wohnungen für junge Menschen geht’s nur um den maximalen Profit“, sagt Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl: „Grundstücke, die öffentlichen Einrichtungen wie der Uni Salzburg gehören, sollten im Interesse der Allgemeinheit genutzt werden.“

Stolze Wohnungspreise
Eine Wohnung im Baurechtseigentum mit 105 Quadratmetern kostet in der Billrothstraße über 900.000 Euro. Für eine etwas kleinere 75-Quadratmeter-Wohnung müssen Interessenten 682.000 Euro hinlegen. Mehr als eine halbe Million Euro verlangt der Bauträger für eine 56-Quadratmeter-Wohnung im zweiten Obergeschoss – das sind 9.000 Euro pro Quadratmeter. Ganz oben auf der Preisliste steht eine Dachgeschoss-Wohnung mit 99 Quadratmetern: Sie kostet stolze 988.000 Euro (10.000 Euro pro Quadratmeter).

Teure Kurzzeitmiete
Neben Miet-, Mietkauf- und Eigentumswohnungen werden im ehemaligen Laborgebäude auch Kurzzeitmieten in möblierten Wohnungen angeboten. Für 46 Quadratmeter werden monatlich 1.410 Euro fällig, ein Stellplatz kostet 50 Euro extra. „Dass mehrere Wohnungen Kurzzeit-vermietet werden, schlägt dem Fass den Boden aus. 31 Euro pro Quadratmeter kassiert der gemeinnützige Bauträger hier pro Monat. Das sind wieder einmal Wohnungen, die am angespannten Salzburger Wohnungsmarkt fehlen“, sagt Dankl.