Edtstadler und Svazek kürzen im Sozialbereich: Versorgung im ländlichen Raum gefährdet

Pressestelle - Salzburg

6. November 2025

In der gestrigen Sitzung des Landtags haben ÖVP und FPÖ einen Valorisierungsdeckel für die Einkommen im Sozialbereich beschlossen. Bisher waren die Tarife für den Personal- und Sachaufwand für die Träger von Seniorenwohnhäusern, Behindertenhilfe sowie in Wohn- und Beratungsprojekten an den Beamten-Gehaltsabschluss gebunden. 2026 soll es einen Deckel von 1,65 Prozent für den Personalaufwand und 3,3 Prozent für den Sachaufwand geben. „Die Landesregierung fährt hier mit dem Rasenmäher drüber und kürzt völlig rücksichtslos – ausgerechnet auf Kosten des Personals im Sozialbereich, wo die Löhne ohnehin schon weit unter anderen Branchen liegen. Besonders von den Kürzungen betroffen sind einmal mehr Frauen, und zwar gleich doppelt: Erstens, weil sie besonders oft im Sozialbereich arbeiten, und zweitens, weil sie es ausbaden müssen, wenn Leistungen wegbrechen“, sagt KPÖ-Sozialsprecher Markus Walter.

Hilfswerk-Chef: Versorgung des ländlichen Raumes wackeltHermann Hagleitner, Geschäftsführer des Salzburger Hilfswerks, der als Auskunftsperson anwesend war, betonte, dass alleine dem Hilfswerk mit der Deckelung nächstes Jahr 900.000 Euro fehlen würden. Er sprach von einem unwiederbringlichen Schaden von 1,85 Prozent bei den Personalkosten. Da die Träger im Sozialbereich keine finanziellen Puffer haben, würde das zwangsweise zu Einsparungen führen. Damit könne man bei der mobilen Pflege vor allem den ländlichen Raum, insbesondere im Innergebirg, nicht mehr ausreichend bedienen. „Die Folgen dieser kurzsichtigen Entscheidung sind dramatisch: Hier wird sehenden Auges ein System umgestoßen, das 20 Jahre lang funktioniert hat. ÖVP und FPÖ spielen gerne die Fürsprecher des ländlichen Raumes – das hindert sie aber nicht daran, ausgerechnet dort die Versorgung zum Wackeln zu bringen“, sagt Walter.