Frauenhaus: ÖVP-Landesrätin legt bei Akteneinsicht 14.000 leere Seiten vor

Pressestelle - Salzburg

19. Mai 2026

Beim Frauenhaus in Saalfelden wird es demnächst eine Neuausschreibung geben, weil die Förderverträge auslaufen. Dabei besteht die Gefahr, dass – ähnlich wie im kontroversen Fall vor einigen Jahren beim Frauenhaus in Salzburg – der aktuelle Trägerverein durch einen billigeren Anbieter ersetzt wird. Schon damals warnten Kritiker vor einem Qualitätsverlust. Eine KPÖ-Anfrage im Jänner hat die zuständige ÖVP-Landesrätin Gutschi nicht ausreichend beantwortet, das Konzept hat sie unter fadenscheinigen Gründen nicht offengelegt. Die KPÖ hat deshalb Anfang Februar Akteneinsicht beantragt – und musste trotz sechswöchiger Frist bis Ende April auf einen Termin warten.

„Wir wollten eigentlich wissen, nach welchen Kriterien die Landesregierung entschieden hat, wer den Zuschlag für das Salzburger Frauenhaus bekommt, und ob das eingereichte Konzept auch eingehalten wird. Aber anstatt diese Akten innerhalb der gesetzlichen Frist herauszugeben, hat uns Gutschi zuerst zwölf Wochen warten lassen und dann ein Dokument mit mehr als 14.000 leeren Seiten vorgelegt. Intransparenter geht es nicht. Parlamentarische Kontrolle wird mit dieser Verzögerungstaktik unmöglich gemacht. Uns stellt sich die Frage: Was will Gutschi hier verheimlichen?“, sagt KPÖ-Klubobfrau Natalie Hangöbl: „Antworten auf die Fragen, ob Prozessbegleitung und Vernetzung mit anderen Frauenorganisationen Kriterien in der Ausschreibung waren, bleibt Landesrätin Gutschi schuldig. Welche fachlichen Voraussetzungen verlangt waren, wollte sie uns auch nicht sagen. In Saalfelden droht jetzt die nächste intransparente Ausschreibung und ein mögliches Aus für das Frauenhaus Pinzgau – trotz jahrelanger fachlicher Expertise. Die Ausschreibung soll bald erfolgen, deshalb besteht dringender Handlungsbedarf.“