Glücksspiel-Gesetz: Suchtprävention muss oberste Priorität haben


Glücksspiel-Gesetz: Suchtprävention muss oberste Priorität haben
Pressestelle - Salzburg
6. Juli 2026
KPÖ fordert Einstufung von Sportwetten als Glücksspiel
Weil auf Bundesebene ein neues Glücksspiel-Gesetz ausgearbeitet wird, wurde die Legalisierung des sogenannten kleinen Glücksspiels mit Automaten in Salzburg vorerst gestoppt. FPÖ-Landeshauptfrau-Stellvertreterin Svazek fürchtet jetzt um die Millionen-Einnahmen aus der Lizenzausschreibung. Die KPÖ Salzburg sieht eine bundeseinheitliche Regelung des Glücksspiels positiv, kritisiert aber die geplante Liberalisierung des Online-Glücksspiels und dass Sportwetten wieder nicht als Glücksspiel eingestuft werden. „Es ist gut, dass die Zuständigkeit beim kleinen Glücksspiel weg von den Ländern hin zum Bund kommt. Es darf aber nicht zu einer Nivellierung nach unten kommen. Die Liberalisierung von Online-Glücksspiel ist der falsche Weg. Oberste Priorität muss die Suchtprävention haben. Denn die gesellschaftlichen Folgekosten der Spielsucht sind enorm und übersteigen die Einnahmen aus dem Glücksspiel bei weitem“, sagt KPÖ-Landtagsabgeordneter Markus Walter.
Spielerschutz darf nicht bloß Vorwand sein
Illegale Spielautomaten sind ein großes Problem, das aber auch mit einer Legalisierung nicht verschwindet – das zeigt der Blick nach Oberösterreich, wo das kleine Glücksspiel legalisiert wurde, aber trotzdem regelmäßig illegale Automaten ausgehoben werden. „Dass Svazeks erste Sorge den verlorenen Einnahmen gilt, ist bezeichnend. Der Spielerschutz war von Anfang an ein vorgeschobenes Argument. In der Landtagsdebatte war von einer Zweckwidmung der Einnahmen keine Rede. In Wirklichkeit interessiert sich Svazek nicht für die Suchterkrankten und deren Familien. Es geht einzig darum, das eigene Budget aufzupolieren – auf dem Rücken der Betroffenen“, sagt Walter.
Absurd: Sportwetten als Geschicklichkeitsspiel
Im Gegensatz zu den allermeisten anderen EU-Staaten gelten Sportwetten in Österreich nicht als Glücksspiel, sondern werden als Geschicklichkeitsspiel eingestuft. Sportwetten sind aus diesem Grund nicht dem Glücksspielgesetz unterworfen. Deshalb gibt es hier auch keine ausreichenden Maßnahmen gegen Spielsucht. „Gerade jetzt während der Fußball-WM werden wir mit Werbung für Sportwetten regelrecht bombardiert. Es ist absurd, dass Sportwetten nicht als Glücksspiel, sondern als Geschicklichkeitsspiel eingestuft sind. Sie sind impulsiv, hochriskant und in hohem Maße suchtgefährdend. Sportwetten müssen endlich entsprechend reglementiert werden, damit auch hier der Spielerschutz greift“, sagt Walter. Einen entsprechenden Antrag hat die KPÖ im Landtag eingebracht.
Link zum Antrag: http://www.salzburg.gv.at/00201lpi/17Gesetzgebungsperiode/4Session/129.pdf