„Innara-Fonds“ für Kautionen: KPÖ PLUS spendet 10.000 Euro aus Politikergehältern

Pressestelle - Salzburg

22. Dezember 2025

Teure Mieten stellen immer mehr Salzburger bei der Wohnungssuche vor große Hürden. Dazu zählen auch die hohen Kautionen. Für eine Wohnung um monatlich 1.400 Euro Miete fallen bei drei Monatsmieten auf einen Schlag Kosten für 4.200 Euro allein für die Kaution an – hinzu kommen andere Kosten wie Ablösen, teils doppelte Mieten, wenn sich Mietverträge überschneiden und Aufwände für den Umzug und die Einrichtung. Der Innara-Fonds der gemeinnützigen Sozialen Arbeit gGmbH unterstützt Salzburger mit niedrigen Einkommen dabei, die Kaution zu stemmen. Das Problem: Der Fonds wird aus Spenden gespeist und ist aufgrund der hohen Nachfrage oft leer. Weil die Landesregierung mehrere Anträge, den Fonds aufzustocken, abgelehnt hat, wird die KPÖ PLUS jetzt selbst aktiv und gibt 10.000 Euro aus ihren Politikergehältern für die Kautionshilfe ab.

Stadt hilft mit bis zu 70.000 Euro jährlichDie Stadt Salzburg hat auf Initiative der KPÖ PLUS bereits 2022 einen Kautionsfonds gestartet, der heuer ausgebaut wurde. Die Nachfrage steigt. Bis Anfang Dezember gab es bereits 59 Anträge, von denen 35 positiv erledigt wurden. Bisher wurden rund 60.000 Euro ausbezahlt. Sie werden als zinsfreie Darlehen in kleinen Monatsraten von z. B. 20 oder 30 Euro zurückgezahlt. Von den zehn abgelehnten Anträgen kam jeder zweite aus dem Flachgau oder einem anderen Bezirk außerhalb der Stadt. „Der städtische Kautionsfonds kommt sehr gut an. Wir haben das Budget auf 75.000 Euro aufgestockt, die Einkommensgrenzen angepasst und die Antragstellung erleichtert“, sagt Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl.

ÖVP und FPÖ lassen Landbevölkerung wartenIm Nachteil ist, wer außerhalb der Stadt Salzburg eine Wohnung sucht. Außerhalb der Stadt Salzburg gibt es nämlich keinen Kautionsfonds. Im Landtag macht die KPÖ PLUS sich regelmäßig für einen landesweiten Kautionsfonds stark, das Vorhaben scheitert aber noch an der Ablehnung von ÖVP und FPÖ. Ein erster Antrag 2023 wurde geprüft, allerdings hat der damalige FPÖ-Soziallandesrat behauptet, es gäbe keinen Bedarf. Sein Verweis auf die Sozialunterstützung geht aber ins Leere, weil die breite Mehrheit diese gar nicht beantragen kann. 2024 hat die KPÖ PLUS einen zweiten Antrag gestellt, mit demselben Prüfergebnis. Einen dritten Antrag haben die Regierungsparteien am 3. Dezember 2025 abgelehnt, gegen die Stimmen von SPÖ, KPÖ PLUS und Grünen.

„Die teuren Mieten und hohen Kautionen werden auch in Landgemeinden für viele Menschen ein Problem. Die Steiermark hat unter ÖVP-Beteiligung einen landesweiten Kautionsfonds gestartet, in Form eines Zuschusses, der über die Volkshilfe oder Caritas beantragt wird“, sagt Klubobfrau Natalie Hangöbl: „Nach steirischem Vorbild könnte das Land Salzburg einen Kautionsfonds starten, ohne einen einzigen Beamten mehr zu brauchen. Mit 100.000 Euro könnte sie vielen Salzburgern bei der Wohnungssuche unter die Arme greifen.“

Kautionen: KPÖ PLUS erhält drei Anfragen pro WocheAuch in den Sprechstunden der KPÖ PLUS sind Kautionen ein großes Thema. „In unseren Sprechstunden, in denen wir Salzburger in Notlagen mit Information und – wenn nötig – mit einem Teil unserer Politikergehälter unterstützen, erhalten wir regelmäßig – ca. zwei- bis dreimal pro Woche – Anfragen zu Kautionen. Bei Stadt-Salzburgern können wir mittlerweile auf den Kautionsfonds verweisen. Wohnungssuchende aus den Bezirken unterstützen wir dabei, den Kautionsbetrag aus verschiedenen Quellen zusammenzustückeln. Für sie braucht es einen landesweiten Kautionsfonds“, sagt Hangöbl.

Innara-Fonds: KPÖ PLUS ruft zu Spenden aufDer Innara-Fonds der Sozialen Arbeit gGmbH hilft Wohnungssuchenden dabei, die Kaution zu bezahlen. Derzeit ist der gesamte Betrag im Umlauf, neue Unterstützungen sind aktuell nicht möglich. Deshalb sind Spenden notwendig. „Wir bleiben beim landesweiten Kautionsfonds hartnäckig und hoffen auf ein Umdenken bei ÖVP und FPÖ. Bis es aber so weit ist, braucht der Innara-Fonds Geld, um Wohnungssuchenden zu helfen. Wer etwas Gutes tun will, kann mit einer Spende einen kleinen Beitrag leisten“, sagt Hangöbl.

Informationen zum Innara-Fonds:https://www.innara-fonds.at/

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