KPÖ-Erfolg in Hallein: Kautionsfonds startet am 1. Mai

Pressestelle - Salzburg

25. März 2026

Die Salzburger Wohnungskrise strahlt auch auf den Flachgau und den Tennengau aus. Auch in Hallein steigen die Mieten immer weiter – und mit ihnen die Wohnungskautionen. Für eine Drei-Zimmer-Wohnung sind schnell einmal 4.000 Euro und mehr fällig. Einen Kautionsfonds nach Salzburger Vorbild hat deshalb die KPÖ Hallein vergangenen Herbst beantragt. Der Sozialausschuss der Halleiner Gemeindevertretung hat den Kautionsfonds gestern beschlossen, Start ist am 1. Mai. „Die teuren Kautionen sind eine große Hürde beim Wohnungswechsel. Für Halleiner auf Wohnungssuche, die nicht auf einen Schlag tausende Euro hinblättern können, ist der Kautionsfonds eine große Entlastung. Es freut uns, dass unser Vorschlag jetzt einstimmig angenommen wurde“, sagt KPÖ-Gemeindevertreter Matthias Niederreiter.

Stadt Hallein stellt 20.000 Euro bereit
Beantragen können das rückzahlbare und zinsenlose Darlehen Menschen, die eine Wohnung in Hallein als Hauptwohnsitz beziehen. Das monatliche Nettoeinkommen darf bei Alleinstehenden 1.661 Euro, bei Paaren 2.492 Euro nicht übersteigen; pro Kind erhöht sich dieser Betrag um 498 Euro, bei weiteren volljährigen Personen um 831 Euro. Die Höhe des Darlehens beträgt die Hälfte der Kaution, höchstens aber 2.000 Euro. Für das Jahr 2026 stellt die Stadt Hallein 20.000 Euro zur Verfügung.

Stadt Salzburg baut Kautionsfonds aus
Die Stadt Salzburg hat im März 2022 auf Initiative der KPÖ einen Kautionsfonds gestartet. Dem ging ein einstimmiger Beschluss aller Stadtparteien voraus. Seitdem können Stadt-Salzburger einen Kautionszuschuss beantragen. Das gilt für Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen ebenso wie für private Mietwohnungen. Das Angebot wurde 2025 massiv ausgebaut: Die Obergrenze wurde von 1.000 auf 2.000 Euro erhöht, die Einkommensgrenze wurde erhöht und wird automatisch an die Inflation angepasst, der Personenkreis wurde ausgeweitet und die Beantragung durch die Verknüpfung mit der Aktivkarte erleichtert.

ÖVP und FPÖ lassen Landbevölkerung warten
Im Nachteil ist, wer außerhalb von Salzburg und Hallein eine Wohnung sucht. Auf Landesebene gibt es nämlich keinen Kautionsfonds. Im Landtag macht die KPÖ sich regelmäßig für einen landesweiten Kautionsfonds stark, das Vorhaben scheitert aber noch an der Ablehnung von ÖVP und FPÖ. Ein erster Antrag 2023 wurde geprüft, allerdings hat der damalige FPÖ-Soziallandesrat behauptet, es gäbe keinen Bedarf. Sein Verweis auf die Sozialunterstützung geht aber ins Leere, weil die breite Mehrheit diese gar nicht beantragen kann. 2024 hat die KPÖ PLUS einen zweiten Antrag gestellt, mit demselben Prüfergebnis. Einen dritten Antrag haben die Regierungsparteien am 3. Dezember 2025 abgelehnt, gegen die Stimmen von SPÖ, KPÖ PLUS und Grünen.