Kürzungen bei der Bewährungshilfe: KPÖ warnt vor hohen Folgekosten

Pressestelle - Salzburg

9. Juli 2026

Haft ist 20-mal teurer als Betreuung durch Bewährungshelfer

Die Bundesregierung von ÖVP, SPÖ und NEOS streicht 2,4 Millionen Euro bei der Bewährungshilfe. Der Verein Neustart, der mit der Bewährungshilfe betraut ist, betreut schon jetzt 12.600 Personen, obwohl der Bund nur 11.500 finanziert. Durch die Kürzungen der Bundesregierung und die notwendige Valorisierung der Gehälter entsteht eine Finanzierungslücke von 3,3 Millionen Euro im Jahr 2027 und 4,9 Millionen Euro im Jahr 2028. Der Verein hat angekündigt, dass deshalb – bei laufend steigendem Aufwand – Personal reduziert werden muss. Das hat weniger bedingt nachgesehene Freiheitsstrafen und bedingte Haftentlassungen zur Folge. Die Kosten sind enorm: Jeder Häftling kostet 182 Euro pro Tag, die Betreuung durch die Bewährungshilfe hingegen nur neun Euro. Aktuell gibt es in Österreich 8.422 Haftplätze, insgesamt sitzen aber 9.124 Personen in den Justizanstalten ein.

„Mit der Kürzung bei der Bewährungshilfe trifft die schwarz-rot-pinke Bundesregierung wieder einmal eine äußert kurzsichtige Entscheidung, die uns noch sehr teuer kommen wird. Ein Tag in Haft kostet 20-mal so viel wie die Bewährungshilfe. Die Justizanstalten sind ohnehin schon heillos überbelegt. Die Statistik sagt uns, dass die Rückfallwahrscheinlichkeit nach einer Haft deutlich höher ist als bei bedingt nachgesehenen Freiheitsstrafen mit Betreuung durch Bewährungshelfer. Die Kürzungen sind also nicht nur kurzsichtig, sondern auch gefährlich“, sagt KPÖ-Landtagsabgeordneter Markus Walter. Die KPÖ hat einen Antrag im Salzburger Landtag eingebracht, der die Landesregierung dazu auffordert, bei der Bundesregierung auf eine Rücknahme der Kürzungen hinzuwirken.

Link zum Antrag: https://www.salzburg.gv.at/00201lpi/17Gesetzgebungsperiode/4Session/575.pdf