Neutorstraße: Neues Automatenhotel sorgt für Ärger
Pressestelle - Salzburg
11. August 2025
In der Neutorstraße 45 soll ein Fliesengeschäft einem Automatenhotel für Touristen weichen. Das haben Nachbarn durch ein Schreiben erfahren. Das Vorhaben sorgt auch für Kritik der Stadtpolitik. Eigentlich gilt für die Stadt Salzburg eine Bettenobergrenze. Mit Blick auf die über 16.000 Hotelbetten bewilligt die Stadt keine neuen Hotels. Immobilienfirmen haben aber ein Schlupfloch gefunden: Kleine Hotels in Wohnhäusern, die unter die bewilligungspflichtige Grenze von 60 Zimmern fallen. Diese ist im Raumordnungsgesetz des Landes festgeschrieben.
Diese Mikrohotels haben meist keinen Frühstücksraum, kein Restaurant und kein entsprechendes Personal. „Kleine Automatenhotels brauchen keine Genehmigung der Stadtpolitik. Sie fliegen unter dem Radar, verdrängen aber nach und nach Wohnungen, Lokale, Bäckereien und Geschäfte. Dann sind die Wohnungen weg, die Arbeitsplätze weg und das Leben verschwindet aus den Stadtteilen“, sagt Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl. Durch die Nähe zur Altstadt und dem Festspielbezirk sind auch die Stadtteile Riedenburg und Maxglan gefährdet. Andere Mikrohotels schießen in Stadtteilen nahe dem Hauptbahnhof aus dem Boden, etwa in Schallmoos, dem Andräviertel und der Elisabeth-Vorstadt.
„Die touristische Vermietung einer Wohnung um 200, 300 Euro pro Nacht ist immer gewinnbringender als wenn eine Salzburger Familie normal mietet“, sagt Dankl. Bei einem Lokalaugenschein haben ihm Anrainer erzählt, dass sie das Mikrohotel entschieden ablehnen. Hinzu kommt die Sorge um die wenigen Parkplätze. „Die Stadt braucht vom Land die nötigen Werkzeuge, um gegen den Wildwuchs an Mikrohotels vorzugehen. Helfen würde eine verschärfte Genehmigungspflicht und eine hoteltypische Mindestausstattung, um die Automatenhotels in den Griff zu kriegen. Das kann ein Frühstücksraum, ein Restaurantbereich und entsprechendes Personal sein, damit sich Kleinhotels auf Kosten von Wohnraum nicht mehr rechnen“, sagt Dankl.