Pflegekrise: ÖVP und FPÖ ignorieren Petition

Pressestelle - Salzburg

15. Januar 2026

AK-Präsident Eder sorgt mit Abwesenheit für Verwunderung im Landtag

Der Salzburger Landtag hat gestern, Mittwoch, über die Petition „Stopp den Pflegeraub“ beraten. Über 83.000 Salzburgerinnen und Salzburger haben diese Petition unterzeichnet, nachdem die Landesregierung angekündigt hatte, den Pflegebonus in Salzburg (als einziges Bundesland) zu streichen.

Prognosen zufolge sollen bis zum Jahr 2035 mehr als 1.600 Pflegekräfte fehlen. Die Folgen sind gravierend: Die Wartezeiten bei Operationen werden länger und in den Seniorenhäusern müssen immer mehr Betten gesperrt werden, weil kein Personal zur Verfügung steht. Die Petition fordert daher, den Pflegebonus weiterzubezahlen, die Wartezeiten zu reduzieren und eine Ausbildungsoffensive zu starten.

„Die Rechnung ist einfach: Wenn man anständig zahlt, findet man genug Pflegekräfte. Wenn man ihnen das Gehalt kürzt, vergrault man sie wieder. Die Landesregierung muss die Streichung des Pflegebonus wieder zurücknehmen und mehr Pflegekräfte ausbilden, sonst steuern wir bei der Pflege auf eine Katastrophe zu“, sagt Klubobfrau Natalie Hangöbl (KPÖ PLUS). ÖVP und FPÖ stimmten den Forderungen der Petition nicht zu.

KPÖ PLUS erinnert Eder an VolksbegehrenGegen die Abschaffung des Pflegebonus haben im November tausende Menschen auf der Straße demonstriert. Der designierte SPÖ-Chef und AK-Präsident Peter Eder, dessen Abwesenheit als Petitions-Unterzeichner gestern im Chiemseehof für Verwunderung sorgte, hat Anfang Dezember ein Volksbegehren angekündigt, das die Zweckbindung der Bundesmittel für den Pflegebonus fordert.

„Das Volksbegehren ist eine gute Idee und wir haben Peter Eder unsere Unterstützung dafür angeboten. Passiert ist leider noch nichts. Auch bei der Diskussion im Landtag war er nicht anwesend. Wir hoffen, dass es nicht bloß bei einer medienwirksamen Ankündigung bleibt“, sagt Hangöbl.

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