Sozialwirtschaft: Lieber ein schlechter Abschluss als keiner?

Pressestelle - Salzburg

27. Januar 2026

Die Sozialpartnerschaft hat gesprochen. In der bereits fünften Verhandlungsrunde konnten sich Gewerkschaft (GPA) und Arbeitgeber (Verband SWÖ) auf einen Kollektivvertrag für den Sozialbereich einigen. Leider vermochten die GPA-Funktionäre die Kampfbereitschaft in den Betrieben nicht nutzen. Nach etlichen Warnstreiks und Protestaktionen entschied man sich für einen faulen Kompromiss. Dabei gab es sogar einen umfassenden Streikbeschluss der Mitglieder für den Fall des Scheiterns der Verhandlungen! Man einigte sich auf einen zweijährigen Abschluss: Ab April 2026 steigen die Gehälter um magere 2,6%, also eine Gesamterhöhung von nur 1,8% für 2026. Ab 2027 gibt es eine (inflationsabhängige) Anpassung um maximal (!) 2,5% - ein vorprogrammierter Lohnverlust. 

Verpasste Chance für Beschäftigte
Was heißt das für die Salzburgerinnen und Salzburger? Die Streichung des Pflegebonus durch die Landesregierung wurde im Kollektivvertrag endgültig abgesegnet. Zusätzlich dazu haben jetzt alle Beschäftigten im Sozialbereich faktisch weniger Geld in der Tasche. 

„Der Abschluss ist ein Hohn für die 10.000 betroffenen Beschäftigten in Salzburg. Sie haben gezeigt, dass sie mehr wollen und bereit sind, dafür zu kämpfen. Die Funktionäre der GPA müssen endlich auf die Mitglieder an der Basis hören. Stattdessen haben sie das zarte Pflänzchen des Widerstands lieber austrocknen lassen“, so KPÖ Sozialsprecher im Landtag Markus Walter, früher selbst Betriebsrat im Sozialbereich.

Der Abschluss war in der Gewerkschaft umstritten: 16 Mitglieder des Verhandlungsteams haben dagegen gestimmt, auch der Vertreter des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB). Wir unterstützen als KPÖ die Idee einer Urabstimmung. Die Betroffenen sollten selbst entscheiden, ob sie den Kollektivvertrag annehmen.