Stefan-Zweig-Villa: Stadt ist kein Monopoly für Reiche

Pressestelle - Salzburg

23. Juni 2026

Nachdem Wolfgang Porsche einen neuen Käufer für die Stefan-Zweig-Villa sucht, erinnert Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl an das Versprechen aus dem Jahr 2021. Damals kündigte Porsche an, den einstigen Wohnsitz des vertriebenen Schriftstellers Stefan Zweig teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Vorhaben ist aber stillschweigend unter den Tisch gefallen. „Vor unseren Augen spielt sich Immobilienspekulation ab, wie sie im Buche steht. Der Wert der Villa lag im Jahr 2020 bei rund 8 Mio. Euro – jetzt will Porsche rund 12,7 Millionen. Der Mehrheitsbeschluss für den Tunnelbau hat sich offenbar ausgezahlt“, sagt Dankl kritisch: „Aus der versprochenen öffentlichen Nutzung wurde unter Porsche nichts. Wohlklingende Ankündigungen von Super-Reichen sind offenbar nicht viel wert. Die Stadt muss beim nächsten Eigentümer alles tun, um das öffentliche Interesse zu fördern.“

Während für die meisten Menschen der Kauf einer Immobilie eine Entscheidung fürs Leben ist, scheint eine Villa im Millionenwert für einen Superreichen wie Porsche nur ein Jonglierball zu sein. „Wer eine der teuersten Liegenschaften der Stadt kauft, den Bau eines privaten Tunnels durch den Kapuzinerberg ankündigt, von ÖVP, SPÖ und FPÖ sogar bewilligt bekommt, und dann doch wieder verkauft, zeigt nicht gerade Bodenhaftung“, so Dankl. Aber: „Die Stadt Salzburg ist kein Monopoly-Spielbrett für Reiche.“

Besonders bemerkenswert sei, dass sich der Multimilliardär Porsche jetzt selbst über ein angebliches „Reichen-Bashing“ beklage. Dankl: „Porsche hat offenbar erwartet, dass Salzburg ihm nicht nur alles recht macht, sondern auch noch bejubelt. Es wirkt aber mehr nach einer Tarn-Behauptung, um seine Immobilienspekulation zu verdecken. So eitel wird doch nicht mal ein Milliardär sein.“

Dankl erklärt: „VW entlässt 25.000 Beschäftigte, aber der Aufsichtsrat Porsche spielt Immobilien-Monopoly. Das zeigt, was gesellschaftlich schiefläuft. Über die gesellschaftliche Verantwortung, die mit solchem Reichtum verbunden ist, wird in Österreich noch viel zu wenig gesprochen.“ Auf diese Debatte weist die KPÖ derzeit auch mit einer Plakatkampagne in Salzburg hin.

Positiv ist, dass – falls der Tunnel nicht gebaut wird – der Linzer Gasse und dem Stadtteil Schallmoos tausende LKW-Fahrten erspart bleiben, die mit den Grabungsarbeiten notwendigerweise einhergehen. 

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