Vorbild Graz: Stadt Salzburg könnte pflegende Angehörige anstellen

Pressestelle - Salzburg

10. September 2025

Der Salzburger Landtag hat heute über eine Entlastung pflegende Angehöriger diskutiert. Acht von zehn Pflegebedürftigen werden von Angehörigen betreut.  Die KPÖ PLUS spricht sich erneut für eine Anstellung pflegender Angehöriger aus, die damit finanziell und hinsichtlich Krankenversicherung und Pension abgesichert werden könnten. „Die Landesregierung sollte diesen Vorschlag unvoreingenommen und sachorientiert prüfen. Sie darf das Modell nicht einfach vom Tisch wischen, nur weil es etwas kostet. Das haben wir leider bei den Community Nurses schon miterleben müssen“, sagt Klubobfrau Natalie Hangöbl.

Grazer Pilotprojekt verlängertIn Graz läuft seit 2024 auf Initiative der KPÖ ein Pilotprojekt zur Anstellung pflegender Angehöriger. Im ersten Jahr konnten 15 Personen angestellt werden, die Angehörige mit den Pflegestufen 3, 4 und 5 betreuen. Das Gehalt richtet sich nach Stundenzahl und Pflegestufe. Das Projekt sieht vor, dass die pflegenden Angehörigen in den ersten drei Monaten einen kostenlosen Kurs für die „Pflege daheim“ im Ausmaß von 24 Unterrichtseinheiten absolvieren. Es wird laufend evaluiert, um stetig Verbesserungen durchführen zu können.

Stadt könnte aktiv werdenUnabhängig von einer Prüfung durch die Landesregierung hat auch Sozialstadträtin Brandtner (SPÖ) die Möglichkeit, aktiv zu werden. Das Arbeitsprogramm der Stadt sieht vor, dass die Anstellung pflegender Angehöriger geprüft und nach Möglichkeit umgesetzt wird. „Unseres Wissens ist da bislang noch nicht viel passiert. Die Stadt könnte da von sich aus etwas auf den Tisch legen und so zur Diskussion beitragen, ohne auf den viel kritisierten und derzeit unbesetzten FPÖ-Soziallandesrat zu warten“, sagt Hangöbl.