Wasserknappheit: KPÖ will klare Regeln für Poolbefüllung


Wasserknappheit: KPÖ will klare Regeln für Poolbefüllung
Pressestelle - Salzburg
26. Juni 2026
Immer öfter gibt es in Salzburg lange Trockenperioden, die zu sinkenden Grundwasserpegeln führen. Die Versorgung mit Trinkwasser wird dadurch zur Herausforderung. Vor allem der Flachgau ist davon betroffen. In vielen Gemeinden bringt die gleichzeitige Befüllung von privaten Swimmingpools die Wasserversorgung an ihre Grenzen. Die KPÖ wollte Anfang Mai vom zuständigen ÖVP-Landesrat Aigner mittels Dringlicher Anfrage wissen, was die Landesregierung unternimmt, um die Wasserversorgung in Salzburg sicherzustellen, und wie das Land die Befüllung von Swimmingpools reguliert. Die Antwort: Das Land sei nicht zuständig. Aigner verweist außerdem auf die Trinkwasser-Strategie des Landes – die aber nicht öffentlich abrufbar ist. Die KPÖ wird deshalb in der nächsten Sitzung des Landtags einen Antrag einbringen, ein abgestimmtes Wassermanagement einzuführen und private Pools über das Baurecht zu regeln, damit die Baubehörde vor der Errichtung die Auswirkungen auf die Wasserversorgung prüfen kann.
„Wenn die Wasserversorgung am Rande des Zusammenbruchs steht, weil alle gleichzeitig ihre Pools befüllen wollen, dann ist das eine Gefahr für die Bevölkerung und für die Landwirtschaft. Da geht es um die Versorgungssicherheit. Es braucht klare Regeln, wer wann seinen Pool befüllen kann“, sagt Klubobfrau Natalie Hangöbl: „Die Wasserversorgung ist in Österreich traditionell stark dezentralisiert. Das hat den Vorteil, dass gut auf lokale Gegebenheiten Rücksicht genommen werden kann. Gleichzeitig braucht es aber eine solidarische Regulierung, damit es nicht zu Engpässen oder einer Unterversorgung kommt.“
Abgestimmtes Vorgehen statt Alleingänge der Gemeinden
Mehrere Gemeinden haben bereits auf die Wasserknappheit reagiert. Henndorf hat beispielsweise in einem Appell an die Grundbesitzer das Gemeindegebiet in zwei Teile geteilt – in der letzten Aprilwoche sollten die Pools östlich der B1 befüllt werden, in der ersten Maiwoche die westlich gelegenen. In Seeham will der ÖVP-Bürgermeister Strafen einführen, wenn zu viel Wasser auf einmal entnommen wird. Der Salzburger Gemeindebundpräsident Manfred Sampl hat zuletzt vorgeschlagen, private Swimmingpools über das Baurecht zu regulieren.
„Es ist begrüßenswert, dass die Gemeinden gegen die Wasserknappheit vorgehen. Aber wenn jede Gemeinde ihr eigenes Süppchen kocht, ist das nicht sinnvoll. Besser wäre ein abgestimmtes Wassermanagement“, sagt Hangöbl. Ein generelles Verbot privater Swimmingpools, wie es etwa der ehemalige steirische Agrarlandesrat Hans Seitinger (ÖVP) 2023 gefordert hat, kommt für die KPÖ nicht in Frage.
Link zur KPÖ-Anfrage: https://www.salzburg.gv.at/00201lpi/17Gesetzgebungsperiode/4Session/303-ANF.pdf
Link zur Beantwortung: https://www.salzburg.gv.at/00201lpi/17Gesetzgebungsperiode/4Session/303-BEA.pdf